Business meets Science

Am 15. November 2017 fand im O-Werk auf MARK 51°7 die zweite Veranstaltung von „Business meets Science“ statt. Rund 100 Gäste aus der Bochumer Wirtschaft und Wissenschaft waren der Einladung der Bochum Perspektive 2022 gefolgt und erlebten in der Empfangshalle des ehemaligen OPEL-Verwaltungsgebäudes einen kurzweiligen Exkurs in die Welt der Robotik.

Bochum wird künftig das Zentrum der Wissensarbeit im Ruhrgebiet sein. Das Know-how, das an unseren Hochschulen vermittelt wird, und die Forschung, die hier betrieben wird, sichern die Zukunft unserer Stadt.
Doch wie kann das aussehen? Antworten auf diese Frage wollen wir mit unserer Veranstaltungsreihe Bochum 4.0 liefern.

Roboter, bereits heute Teil unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit

Enno Fuchs begrüßte die Gäste als Geschäftsführer der Bochum Perspektive 2022 GmbH und somit als Gastgeber des Abends. Er stimmte die Anwesenden ein und zeigte, wo bereits heute Roboter Teil unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit sind und welche Bedeutung der Standort Bochum als Hotspot der Wissenschaft und insbesondere MARK 51°7 als Ansiedlungsfläche innovativer Technologien dabei spielt.

Das Zusammen­spiel aus Wissen­schaft und Wirt­schaft

Ralf Krauter, Wissenschaftsjournalist und Moderator, führte durch die Veranstaltung und vermittelte erneut mit viel Sachkenntnis das komplexe und spannende Thema des Abends. Er entlockte den Gästen auf der Bühne spannende Einblicke in ihre Arbeit und in das Zusammenspiel aus Wissenschaft und Wirtschaft und band das interessierte Publikum in den offenen Dialog und Gedankenaustausch ein.

Robotik – im Zeichen des Algorithmus

In einem eröffnenden Keynote-Vortrag unter dem Titel „Robotik – im Zeichen des Algorithmus“ gab ein echter Star der Robotik einen Überblick über den aktuellen Stand der Entwicklungen in der Robotertechnologie. Prof. Jan Peters von der TU Darmstadt, für seine Arbeiten und Forschung mit internationalen Preisen ausgezeichnet, zeigte an plastischen Beispielen, wie sich Roboter der neuesten Generation von ihren Vorgängern grundlegend unterscheiden. Er verwies darauf, dass die Programmierung von Robotern heute noch den gleichen Regeln folgt, wie in den sechziger Jahren und der klassisch programmierte Roboter sich damit in einer Entwicklungssackgasse befindet. Das Ziel der Forschung müsse es heute vielmehr sein, Roboter zu entwickeln, die hingegen selbständig lernen durch Imitation und Selbstvermessung. Dies zeigte er an beeindruckenden Filmbeispielen und betonte, dass die Forschung derzeit nahezu täglich Fortschritte macht und man eine Art Gründerzeit spürt, die von rasanten Entwicklungen und sich ständig verändernden, neuen Perspektiven geprägt ist.  

Podiums­diskussion

Zur anschließenden Podiumsdiskussion begrüßte Ralf Krauter drei Persönlichkeiten, die sich nicht nur durch ihre Arbeit mit Robotern einen Namen gemacht haben, sondern zudem die Synthese aus Wissenschaft und Unternehmertum verkörpern.

Der Dortmunder Ingenieur und Unternehmer Dr. Niklas Goddemeier, dessen von ihm mitgegründetes Startup Smart Robotic Systems GmbH in diesem Jahr vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit dem Hauptpreis des bundesweiten Gründerwettbewerbs Digitale Innovationen 2017 ausgezeichnet wurde, gewährte einen Einblick in seine Arbeit mit fliegenden Robotern, sogenannten Drohnen, deren Ziel es ist, dass diese nicht nur lernen, selbständig zu fliegen, sondern auch im Verbund mit anderen Drohnen vernetzt agieren und Schwärme bilden. Er machte deutlich, wie wichtig der direkte Kontakt zu Hochschulen für junge Unternehmer ist, um auf Know-how und Ressourcen zurückgreifen zu können.

Dr. Alfred Hypki, Oberingenieur an der Ruhr-Universität Bochum am Lehrstuhl für Produktionssysteme und Spezialist für industrielle Robotik und Produktionsautomatisierung, erklärte, wie wichtig die Forschung für Unternehmen ist, ganz gleich, welcher Größe. Ob Kleinstunternehmer oder Großkonzern – die Spezialisten der RUB beraten regelmäßig Unternehmen, die ihre Produktionsabläufe optimieren oder die Arbeitsbedingungen für ihre Mitarbeiter verbessern wollen. Im Fokus der Arbeit liegt dabei immer der Mensch, der letztlich von der Kollaboration mit Robotern profitiert.

Mit Uwe Brockmann, der als Geschäftsführer der Bochumer Cyberdyne Care Robotics GmbH die Weiterentwicklung des HAL-Exoskeletts für Rückenmarksverletzte vorantreibt und dessen Unternehmen vom Magazin Technology Review als eines der 50 innovativsten Unternehmen 2017 ausgezeichnet wurde, hatte die Veranstaltung einen äußerst prominenten Bochumer Unternehmer als Gesprächspartner zu Gast. Er gab einen Einblick in die Arbeit seines Unternehmens, die einen fortwährenden Forschungsprozess darstellt und erklärte welche Entwicklungen er sich für die kommenden Jahre erhofft, um die in Japan und Bochum entwickelte Technologie noch mehr betroffenen Menschen effizient zugänglich machen zu können.

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion bot sich dem Publikum die Möglichkeit, Fragen zu stellen, die von den Diskutanten gerne beantwortet wurden. Hierbei entwickelte sich ein konstruktiver Dialog, der beim anschließenden Imbiss fortgeführt wurde.

Wer wollte, konnte die Mitarbeiter der Bochum Perspektive 2022 GmbH hinauf in die 5. Etage des ehemaligen OPEL-Verwaltungsgebäudes begleiten. Von dort konnte man den nächtlichen Ausblick über die beleuchtete, weitläufige Baustelle genießen.

Sowohl das Publikum als auch die Veranstalter und Organisatoren waren zufrieden mit der zweiten Veranstaltung von Business meets Science und freuen sich auf die dritte Auflage im Frühjahr 2018.

Gefördert aus Mitteln der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe
„Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur"

lk